Flüchtlingsarbeit

Im vergangenen Jahr hat das Türkische Volkshaus zu einer Flüchtlingsgruppe aus Ghana, die zum Teil in einer Kirche provisorisch untergebracht ist, Kontakt aufgenommen. Bei einer Veranstaltung informierten die Flüchtlinge über ihre Situation.

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Sie verfügen als sog. Lampedusa – Flüchtlinge und Personen, die wegen katastrophaler Lebensbedingungen auf Italiens Straßen nach Deutschland kamen, über keinerlei finanzielle Mittel und Unterstützung.

Wie unser Verein erfuhr, haben sie in der Kirche sieben mit Holzwänden abgetrennte Kojen, in denen jeweils mehrere Ghanaer übernachten müssen. Diese Informationen erhielten wir von einer Gruppe, die die Flüchtlinge mit Grundnahrungsmitteln regelmäßig versorgt.Wir haben zum besseren Kennenlernen nach einer vorausgegangenen Informationsveranstaltung die Flüchtlinge zu einem Sonntagsfrühstück eingeladen. Wegen fehlender Tickets haben wir sie mit PKW´s abgeholt.

2015 war geplant, einmal im Monat ein gemeinsames Frühstück und/oder Abendessen und kulturelle Veranstaltungen durchzuführen.

Zu den Flüchtlingen gehört auch Abdul Aziz aus Ghana, der mit seiner Frau Zeinab über Italien nach Frankfurt gekommen war.

Am 26.1.2015 trat Abdul Aziz bei der großen Kundgebung „Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit“ auf dem Römerberg als Redner stellvertretend für die Flüchtlinge auf. Er erhielt mit seinen bewegenden Worten große Zustimmung und Beifall bei den 15000 Kundgebungs-teilnehmern*innen.

Abdul Aziz war aus dem Bürgerkriegsland Libyen nach Lampedusa und weiter nach Deutschland geflüchtet. Auch seine Lebenspartnerin Frau Zeinab, die wir im Türkischen Volkshaus kennengelernt haben, hatte nach einer furchtbaren Odyssee seit Monaten in Frankfurt in einer Notunterkunft gelebt, betreut von der evangelischen Diakonie. Es bestand die Aussicht, dass sie mit ihrem Aufenthaltstatus in ab-sehbarer Zeit einen Arbeitsplatz erhalten könnte.

Darüber war sie sehr glücklich, denn auch sie war aus Ghana weggegangen, um für das Überleben ihrer Mutter und ihrer 19-jährigen Tochter aufkommen zu können
2 Tage später, am 28.1.2015, brach vor den Augen von Abdul Aziz seine Frau zusammen und verstarb kurze Zeit später
in einem Krankenhaus.

Frau Zeinab war Muslimin. Sie ist auf die dringende Bitte der Angehörigen in Ghana in Begleitung von Abdul Aziz nach Ghana überführt worden.

In der Kürze der Zeit schien es zunächst nicht möglich zu sein die sehr hohen Überführungskosten ( ca. 6000 €) durch Sammlungen und Spenden aufzubringen.
Das Türkische Volkshaus hat mit der Unterstützung verschiedener Gruppen und Organisationen den finanziellen Beitrag für die Überführung der Toten und des begleitenden Ehemanns nach Ghana aufgebracht. Darüber sind wir glücklich und sehr stolz.

Bei einer sehr würdevollen Trauerfeier im Türkischen Volkshaus am 28. März 2015, an der Abdul Aziz, ein Imam, ghanaische Bekannte und ghanaische Flüchtlinge sowie Freunde aus Initiativen teilgenom-men haben, hat der Vorstand des Volks-hauses mitgeteilt, den Kontakt mit Aziz und den anderen Flüchtlingen fortzusetzen.

Ein erstes Angebot besteht in dem Vorschlag, Abdul Aziz und einer Gruppe von Flüchtlingen den kostenlosen Besuch eines Deutsch-Integrationskurses im Volkshaus zu ermöglichen.

Jeden Freitagabend findet ein offenes Treffen der Vereinsmitglieder und ihrer Freunde statt, an denen man zusammen kommt, sich – bei unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Nationalität – in ungezwungener Atmosphäre austauscht, auch die Flüchtlinge werden zu diesem interkulturellem Treff eingeladen.